Duisburg-Rom Etappe 03 Koblenz-Bingen-Biebelnheim Rheinburgenweg/Jakobsweg

    top hiking.square vector Wanderung
    133,16km15h 37min
    3.170m676m58m – 361m
    Von A nach BEtappentouraussichtsreichEinkehrmöglichkeitkulturell / historisch
    • Unsere dritte Etappe auf dem Weg von Duisburg nach Rom: 7 Tagesetappen Kombiniert über den Rheinhöhenweg / linksrheinischen Jakobsweg / Rheinburgenweg / Rheinhessenweg
      Autor:
      Heike Nickisch
      2024-05-04T05:03:11
      • Schwierigkeit
        3
      • Technik
        4
      • Kondition
        5
      • Erlebnis
        5
      • Landschaft
        5
      • Höchster Punkt
        361 m
      • Tiefster Punkt
        58 m
      • Beste Jahreszeit
        JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ
      Wegearten
      Asphalt: 16,5 km
      Schotterweg: 19,1 km
      Naturweg: 58,5 km
      Pfad: 25,6 km
      Straße: 13,4 km
      Unbekannt: 0,1 km

      Sicherheitshinweise
      Weitere Infos und Links
    • Start
      Koblenz am Deutschen Eck
      Ziel
      Biebelnheim
      Wegbeschreibung

      Tag 1: Koblenz -> Rhens
      17,5 km – ca. 6 Std. –  ca. 698 m Aufstieg – 691 m Abstieg

      Am Bahnhof in Koblenz angekommen, machen wir uns langsam vor dem Bahnhof startklar. Da steuert ein sportlicher Mann auf uns zu und fragt uns, ob wir zu der Wandergruppe gehören. Wir verneinen und „Peter“ erklärt daraufhin, dass er als Wanderführer mit Damen verabredet sei, sich rechts vor dem Bahnhof zu treffen. Wir weisen darauf hin, dass wir aber links stehen. Lächelnd meint er nur, wir seien ja Frauen und diese würden rechts und links ja schonmal gerne verwechseln… wir wünschen ihm noch viel Erfolg und laufen los 🙂
      Vom Bahnhof aus am Rheinufer entlang, an der Talstation der Seilbahn zur Festung Ehrenbreitstein und dem Kaiserin-Augusta-Denkmal vorbei. Weiter aufwärts nach oben zur Gedenkstätte der Rittersturzkonferenz. Weiter folgen wir dem Jakobsweg zum Dommelberg.
      Auf dem Weg dorthin liest mir meine Freundin aus dem Bericht von Wolfgang Scholz vor (https://www.jakobsweg-in-deutschland.de/index.php/in-deutschland/auf-dem-linksrheinischen-jw) ich höre nur, dass er oben angekommen ein halbes Hähnchen ist. Der Weg nach oben ist stetig ansteigend und anstrengend. Den ganzen Weg motiviere ich mich damit, oben ein Grillhähnchen essen zu können. Als ich sie frage, wann denn nun endlich die Grillhähnchenbude käme, bricht sie in Gelächter aus und stellt klar, dass der Autor das Hähnchen bereits an Bahnhof gekauft hatte 😀  Mit großer Enttäuschung geht es also weiter ansteigend zum Hasenberg und dann in Richtung Stolzenfels. Wir folgen dem markierten Weg in Richtung Bingen, da wird unser Weg von einer Blindschleiche durchkreuzt. Kurz vor Rhens vorbei am jüdischen Friedhof, schließlich bergab nach Rhens, wo wir das erste Lokal ansteuern. Draußen genießen wir selbstgemachte Frikos und ein Bier. Und für meine Powerbank gibt es Strom im Lokal. Mit ausreichend Akku finden wir auch zu unserem schönen AirBnB direkt an der Straße, welche durch den Ort führt. Den schönen ersten Tag runden wir mit gutem Essen und einem Glas Wein im wenige Minuten zu Fuß Hotel Roter Ochse ab. https://www.roter-ochse.de

      Tag 2: Rhens -> Hirzenach
      ca. 23 km – ca. 7 Std. –  ca. 420 m Aufstieg – 470 m Abstieg

      Z.T. durch wunderschöne Waldwege geht es am nächsten morgen zunächst in Richtung Brey, weiter zum Königsberg. Schließlich kommen wir an einem Schild vorbei, welches zum Boppard Klettersteig / Teilstück Rheiburgenwanderung hinweist und wir entscheiden uns diese Variante zu nehmen.

      Nach diesem erlebnisreichen Abstecher mit einigen schwarz-gelben Salamandern gelangen wir schließlich zur B9 und folgen dieser am Rhein entlang durch Boppard weiter bis Bad Salzig. Hier machen wir eine Pause und gehen in richtung Kurpark und folgen dem Rheinburgenweg nach Weiler. Wir laufen durch den Ort und treten nach einem langen Tag die letzten 3 km nach Hirzenach an, wo wir im Gasthaus Zum Rebstock übernachten.

      Tag 3: Hirzenach -> Oberwesel
      23,5 km – ca. 7 Std. – ca. 1152 m Aufstieg / 1152 m Abstieg

      Wir laufen Richtung Tempelbach und folgen den Schildern des Rheinburgenwegs. Durch Holzfeld durch laufen wir an einem Ziegenhof/Ziegenkäserei vorbei und gehen einfach mal neugierig auf den Hof. Wir werden freundlich begrüßt hereinzuschauen, was wir auch gern annehmen und statten den Ziegen im Stall einen Besuch ab. Weiter folgen wir dem Rheinburgenweg/Jakobsweg. Vorbei am Bergwerk haben wir schließlich einen Blick zur Burg Rheinfels. Wir gehen weiter bis zur Burg und machen dort kurze Trinkrast im Lokal mit großer Terrasse und wunderbarer Aussicht. Vorbei an der Jugendherberge laufen wir oberhalb von St. Goar über einen schmalen Pfad mit Stahlgeländer weiter in Richtung Loreley. Fast hätten wir eher unscheinbare Dame iauf der Insel im Wasser übersehen!
      Vor Oberwesel folgen wir an der Hangkante entlang dem schönen Oelsbergsteig. Sehr empfehlenswert – es gibt zwei Wege: für Profis mit Gurt und die „vereinfachte“ Variante – auch hier ging es z.T. an Steigeisen den Felsen hinab – spannend!

      In Oberwesel angekommen essen wir eine Pizza und gehen dann zu unserer Unterkunft „Gästehaus + Ferienwohnung Karbach“ eine Meter wieder hinauf, sie liegt etwas oberhalb, direkt am Rheinburgenweg.

      Tag 4: Oberwesel -> Rheindiebach
      ca. 18 km – 6 Std. – ca. 400 m Aufstieg / Abstieg

      Am hölzernen Tor „Elfenley-Weg zur Burg“ beginnt der Aufstieg zur Schönburg. Der Weg um das Engebachtal zieht sich ein wenig, bis wir zum nächsten Aussichtspunkt gelangen, von dort aus sehen wir mitten im Rhein die Burg Pfalzgrafenstein. Weiter an Weinbergen vorbei bis zum „Heinrich Heine-Blick“. Interessant finden wir die vielen aufrecht stehenden „Hohes C“ Tetrapacks in den Weibergen und ich meine: „Oh! In Bacharach wächst Hohes C!“ 😉  Später erfahren wir im Weingut Jansen in Vendersheim, dass die Weinbauern diese Tetrapacks nicht alle vorher leer getrunken haben, sondern die „Rohlinge“ extra bestellen und damit die jungen Pflanzen vor Schädlingen schützen.
      Schließlich geht es über einen Pfad und (wieder) Treppenstufen über Serpentinen ins Tal. Wir machen einen Abstecher durch den schönen Ort und essen zu Mittag in einem urigen Fachwerkhaus „Restaurant Rusticana“. Die Wirtin ist eine echte Globetrotterin, macht in den Wintermonaten zu und erzählt uns von ihrer letzten Reise durch Australien.

      Nach unserer Rast geht es weiter Richtung Burg Stahleck. Unterhalb der Burg folgen wir wieder den Schildern des Rheinburgenwegs und der Muschel. 

      Wir umlaufen das Bombachtal und kommen nach Medenscheid. Erfreut entdecken wir einen Weinautomat! Klasse! Via Perso das Alter nachweisen, Geld in die Kasse einwerfen und man kann sich bei schönem Ausblick am Picknicktisch einen guten Tropfen gönnen 🙂

      Oberhalb der Hangkante umlaufen wir das nächste Tal. Hiner dem Winzbachtal laufen wir geradewegs auf Rheindiebach zu, wo wir in der Pension-Weinstube Schloß Fürstenberg übernachten. Wir waren die einzigen Gäste (weit und breit) und die Küche nicht besetzt. In der Umgebung gab es auch keine geöffneten Lokale mehr. Der Wirt bot uns einen Strammen Max an und empfahl einen seiner eigenen Weine.

      Wir kamen mit Herrn Stelter (der Wirt, auch Eigentümer des Schloß Fürstenbergs) ins Gespräch. Er erzählt wehmütig aus alten Tagen, dass die linksrheinische Seite sehr unter dem ausbleibenden Tourismus zu kämpfen hat, der sich mehr auf die rechte Rheinseite konzentriert. Dass Kinder aus der Gegend wegziehen und zu wenig in den Tourismus investiert wird. Leider ist uns auch tatsächlich aufgefallen, dass die Orte recht ausgestorben scheinen. Wir verköstigen noch den ein oder anderen Wein aus seiner Auswahl und hoffen, dass der Bekanntheitsgrad des recht neuen linksrheinischen Jakobswegs für mehr Tourismus und Aufschwung sorgt. Als meine Wanderpartnerin noch von ihrem schmerzenden Knie berichtet, bring er uns wenig später sein bestes Mittel: seinen Schloß Fürstenberg Tresterbrand! Wir sollen ihn nicht trinken, sondern damit großzügig unsere müden Knochen und Gelenke einreiben. Müffelnd wie eine Schnapsbrennerei plumpsem wir mit einigen Gläsern Wein (zuviel) ins Bett.

      Tag 5: Rheindiebach -> Bingen
      ca. 22 km – 6 Std. –  ca. 361 m Aufstieg – 418 m Abstieg

      Am nächsten morgen erwartet uns ein liebevolles Frühstück. Herr Stelter gibt sich wirklich große Mühe und es tut uns unglaublich leid zu sehen, dass ein früher florierendes, mit Herzblut geführtes Lebenswerk die beste Zeit hinter sich hat (unsere Tour war 2014 – vllt geht es ja wieder aufwärts!!).

      Mit uns geht es in jedem Fall wieder aufwärts: trotz leicht nörgelndem Knie bewegen wir uns oberhalb der B9 der Burg Hoheneck entgegen. Ums Erschbachtal herum geht es weiter bergauf Richtung Burg Sooneck, über den steilen Martinspfad zum Siebenburgenblick: leider an diesem völlig vernebletem Tag der „Kein-Burgen-Blick“ ->Kommentar meiner Bekannten Michaela zu meinem Facebook-Post 😀

      Wir folgen nun der E8 und machen Rast im „Gasthaus Jägerheim“ und genießen leckeren, selbstgemachten Apfelkuchen (der aus Bingen stammende Chef meiner Freundin hatte recht: der Kuchen ist wirklich sehr lecker!!). Hinter dem Gasthof folgen wir der Beschilderung über viele kleine Brüken über den Steckeschlääferklamm. Danach folgen wir der Beschilderung des Nahehöhenweg. Weiter zum Prinzenkppf haben wir von dort einen herrlichen Blick auf den Rhein. Nun geht es nur noch bergab nach Bingen, wo wir nach einer kleinen Tour durch die Stadt unsere Unterkunft aufsuchen: http://www.hotel-restaurant-rheingau.de

      Tag 6: Bingen -> Vendersheim
      ca. 22 km – 6 Std. –  529 m Aufstieg – 403 m Abstieg

      In Bingen endet der Linksrheinische Jakobsweg, wir folgen weiter dem Rheinhessen Jakobsweg, zunächst orientieren wir uns auch an der Beschilderung des Rheinhöhenwegs. Weiter geht es nach Laurenziberg, durch die Felder nach Ober-Hilbersheim, weiter südlich nach Wolfsheim. Die Feldwege sind z.T. recht vermatscht. Der lehmige Boden bleibt stark an unseren Sohlen haften. Wir haben teilweise so große Lehmplatten an unseren Schuhen pappen, dass wir kaum mehr laufen können. Statt zu jammern lachen wir uns nur kaputt, da es so dermaßen dämlich aussieht, wie mit jedem Schritt die Dreckklumpen zur Sete fliegen und ich ständig an den dreckigen „Pig Pen“ von den Peanuts denken muss 😀

      Der recht eintönige Weg macht dem Knie meiner Freundin sehr zu schaffen. Bis zum schönen Weingut Janson, wo wir unglaublich gastfreundschaftlich empfangen werden, ist es nicht mehr weit: https://www.weingutjanson.de
      Wir machen uns schließlich fein – soweit es der Rucksackinhalt hergibt – und genießen in der Straußenwirtschaft gehobenes Ambiente und eine hervorragende Küche. Später sitzen wir mit dem Sohn des Weingutes (und weiteren lustig angetrunkenen Leuten aus dem Ort) draußen zusammen und haben einen amüsanten Abend und erzählen von unserem Vorhaben, nach Rom zu laufen. Komisch, dass alle so belustigt darüber sind, dass bei uns am Niederrhein alles so platt ist, dass man zum Training für eine Bergwanderung nur die Müllhalde hat 😀

      Tag 7: Vendersheim -> Biebelnheim
      15.7 km 4:07 h 260 m 317 m

      Durch die Felder laufen wir am nächsten Tag Richtung Sulzheim, weiter durch Wörrstadt. Die Knieschmerzen werden leider stetig schlimmer durch die sehr eintönigen Feldwege. Durch die matschigen Feldwege nimmt wieder das Gewicht an unseren Schuhen mit jedem Schritt zu und nach drei 600ern Ibuprofen und einigen ausgedehnten Pausen steht noch vor Biebelnheim fest: wir brechen ab und beenden die diesjährige Etappe in Biebelnheim, anstatt in Alsheim. 

      Das Weingut Flur ist ein Pilgerhof und somit auch ein sehr geeigneter Abschluß für eine Wanderetappe!
      Nachdem wir unsere kleine Enttäuschung schnell uberwunden haben, setzen wir uns auf die Terrasse. Während wir auf das Essen warten, höre ich eine Harley und der Junge Mann sieht aus, wie mein Bruder! Unfassbar, er hat mich geortet und ist tatsächlich von Bensheim mal kurz rüber gefahren 😀 eine klasse Aktion, Bruderherz!!!

      Wir genießen wir die gute Küche und sehr angenehme Atmosphäre im hübsch, modern-gemütlich eingerichteten Pilgerhof, wir haben uns sehr wohl gefühlt! Einziger „Abzug“: eine klappernde Kaminklappe bei Wind… die Nacht war leider sehr windig…

      www.weingut-fluhr.de

      Nach einem liebevoll angerichtetem Frühstück mit hauseigenen Säften, köstlichem Käse und Schinken fahren wir schließlich mit dem Bus nach Alsheim und von dort mit dem Zug nach Hause.

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